Elektrifizierung – Warum elektrische Energie die edelste Energieform ist …

In den letzten Jahren beschäftige ich mich beruflich als Journalist und auch in meiner Freizeit sehr stark mit der Elektrifizierung, sowie der Sektoren-Kopplung im Rahmen der sogenannten Energiewende. Das Wort Elektrifizierung stammt ja eher aus den Anfangszeiten des elektrischen Stroms also quasi Ende 19. Jahrhundert bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts. Trotzdem ist der Begriff die Mutter aller Begriffe, wenn man das Thema Energiewende ernsthaft behandeln und thematisieren möchte.

Die Energiewende wird nur dann am Ende einen Nutzen bringen und funktionieren, wenn die Verbrennung von fossilen Rohstoffen stark eingeschränkt und durch nachhaltige Energieumwandlungen ersetzt wird. Windenergie, Sonnenenergie in Form von Solarthermie und Photovoltaik, sowie Biogas-Erzeugung aus Abfällen und schnell nachwachsenden Rohstoffen in der Landwirtschaft. In meinen Heimatregionen vom Bergischen Land und dem Sauerland möchte ich natürlich die nachhaltige Waldwirtschaft nicht vergessen.

Ich thematisiere die Elektrifizierung nicht aus dem Blickwinkel eines Öko-Spinners, der seine Überzeugungen in Form einer Weltreligion verkündet und keine anderen Götter neben sich duldet und jedes Diesel angetriebene Auto als die Personifizierung Satans angreift. Für mich ist elektrischer Strom die edelste Form der Energie überhaupt. Alles – aber auch wirklich alles, was der Mensch zum (Über-)Leben braucht, kann diese Energieform an jedem Ort auf unserem Planeten – und auch auf jedem anderen Planeten – bereitstellen. Egal, ob Wärmeerzeugung, Fortbewegung, Technische Hilfsmittel im Haushalt, oder bei der Nutzung von Gartengeräten. Natürlich betreiben wir weltweit das Internet mit dem elektrischen Strom und unsere Computer zu Hause und Smartphones.

Elektrische Energie kann gespeichert werden, elektrische Energie kann von jeder Person hergestellt werden. Elektrische Energie und in diesem Zusammenhang die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom kann jeder Bundesbürger bereits heute in kleineren, oder sogar größeren Mengen erzeugt und somit sehr kostengünstig genutzt werden.

Sehr viele Geräte in unserem täglichen Leben sind “traditionell” seit Jahrzehnten elektrisch. Andere Geräte wurden klassisch eher mit Verbrennungsmotoren ausgestattet. Andere Alltagsgegenstände wurden im Laufe der Zeit Elektrifiziert, weil es einfach praktischer und sicherer ist. Mir fällt hier spontan die Lichterkette am Weihnachtsbaum ein. In meiner jüngsten Kindheit gab es nur brennende Wachskerzen. Aufgrund von fatalen Bränden zur Weihnachtszeit durch brennende Weihnachtsbäume setzen sich dann immer mehr die Lichterketten durch. Heute sind brennende Kerzen am Weihnachtsbaum eher die Ausnahme. Dieses ist nur ein Beispiel der aktuell laufenden Elektrifizierung.

Elektrifizierung ist aber auch für unsere Gesundheit ein wichtiger Aspekt. Ich denke gerade an meine tägliche Routine im Badezimmer. Der elektrische Rasierer. Elektrisch, weil ein Verbrennungsmotor wohl absolut inakzeptabel wäre. Viel zu laut – und viel zu viele giftige Abgase! – Klaro, darüber brauchen wir eigentlich nicht zu philosophieren …

Es gibt einfach Bereiche in unserem Leben, wo elektrische Energie Sinn macht. Entweder, weil elektrische Motoren wesentlich haltbarer und leiser sind, als Verbrennungsmotoren, oder wo es Sinn macht, dass Abgase besser an anderem Ort enstehen. Zum Beispiel bei der Stromerzeugung im Kraftwerk mit fossilen Brennstoffen.

Zum Beispiel macht eine Wärmepumpe zur Erzeugung von Heizenergie sehr viel Sinn. Allemal in dicht bebauten Siedlungen und Großstädten. Wärmepumpen mit Erdwärme gekoppelt erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom zwischen 7 und 15 Kilowatt durch den Wärmeentzug aus dem Erdreich – je nach der Wahl der Technologie. Zusätzlich qualmt kein Schornstein am Haus. Sprich: Es werden auch keine giftige Abgase von Heizöl, Erdgas oder Holzpellets in der Wohnsiedlung emittiert. Auch wenn andernorts dann Steinkohle, oder Braunkohle verfeuert werden, so sind die Abgase dort gebündelt außerhalb der Wohngebiete. Die Großkraftwerke sind zusätzlich auch viel effektiver, als die kleinen Feuerstellen und Brenner, die man heute noch in unseren Kellern findet. Und was auch noch ist: Unser Strommix in Deutschland wird immer grüner. Annähernd 40 Prozent unserer elektrischen Energie wird aktuell (Stand 2017) von sogenannter regenerativen Energien bereitgestellt.

Welche Motivation habe ich, um die Elektrifizierung zu Thematisieren?

Ich persönlich möchte mit meiner “Meinungsmache” aus der Mitte heraus argumentieren. Weder als links-außen-Öko-Fuzzi, noch als Braunkohle/Kernenergie-Lobbyist. Sondern eher als Brückenbauer zwischen diesen beiden fundamentalen Blöcken. Ich sehe die Energiewende eher als Chance für jeden. Ich sehe beim Thema Elektrifizierung und Energiewende die wirtschaftlichen win/win Möglichkeiten. Ich sehe die Vorteile, dass jede ökologisch erzeugte – oder sagen wir besser nachhaltig produzierte – Kilowattstunde elektrische Energie auf der einen Seite sehr viele Arbeitsplätze und eine nachhaltige Wertschöpfung in Deutschland und Europa erzeugt und auf der anderen Seite unsere Abhängigkeit von Ländern schrumpft, die uns aktuell jederzeit mit dem zudrehen des Gashahns, oder die Stilllegung ihrer Öl-Quellen erpressen können. Ferner verringern wir mit der Energiewende den Abfluss von Finanzmitteln aus unserem Wirtschaftskreislauf. Teilweise sind es sehr simple Projekte, die dann langfristig einen großen Multiplikator erzeugen.

Es hat zwar nichts mit Elektrifizierung zu tun, wenn ich im Nachbarort nach Lieberhausen (Stadt Gummersbach / Oberbergischer Kreis) schaue. Dort wird in einem Holzschnitzel-Kraftwerk Wärme mit heimischen Holzschnitzel erzeugt und dann per Fernwärmeleitungen in die Häuser transportiert. Auf einer Veranstaltung von ZeBio e.V. (in dem Verein für die Förderung von Bio-Energie bin ich seit ein paar Jahren Mitglied) erfuhr ich, dass der Ort Lieberhausen in den letzten 10 Jahren quasi über eine Million Liter Heizöl eingespart haben. Beim aktuell Ölpreis von zirka 85 EUR (Stand 25.10.18) ergeben sich Finanzmittel in Höhe von EUR 85.000,- die im oberbergischen Lieberhausen nun nicht in arabische Öl-Länder geflossen sind, sondern in die heimische Waldwirtschaft und die hiesigen Waldbauern investiert wurde. Und in diesem Fall reden wir nur von einem winzig kleinen Dorf! … Schnell merkt man, über welche Geldmengen wir reden, wenn wir das Thema Energiewende thematisieren.

Ähnlich positive wirtschaftliche Folgen, wo nach einer erfolgreichen Energiewende dann die Geldsummen die heimische Wirtschaft stützen und Arbeitsplätze sichern, sind die Photovoltaik und die Windenergie. Ja, die Solarzellen stammen mittlerweile überwiegend aus China. Ja, die Erzeugung von Stahl und Carbon Bauteile der Windräder verbrauchen auch viel Erdöl und produzieren CO2, während ihrer Herstellung. Über die Lebensdauer relativieren sich dann aber diese Herstellungsprobleme. Sehen wir es mal andersherum. Auch Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke erzeugen bei ihrem Bau sehr viel CO2. Braunkohle und Steinkohle Verfeuerung produziert dann aber kontinuierlich CO2 Abgase. Und viel schlimmer noch: Braunkohle-Verfeuerung produziert auch noch zusätzlich sehr viel giftiges Quecksilber, dass wir hier in den Mittelgebirgen (wo die Abgase je nach Witterung dann abregnen) einatmen, oder durch Eigenversorgung aus dem Schrebergarten sogar über das Essen einnehmen. Kein Wunder also, wenn die Krebszahlen in der Nachkriegszeit so stark zugenommen haben! Es wird viele Gründe hierfür geben. Aber ein ganz gewichtiger ist mit Sicherheit das Quecksilber aus den Braunkohle-Kraftwerken im Rheinischen-Revier…

Energiewende funktioniert nur, wenn jeder mitmacht!

Die Energiewende funktioniert aber nur, wenn wirklich jeder vor seiner eigenen Haustüre und bei seinen persönlichen Konsumgewohnheiten mitmacht. Das können ganz kleine Dinge sein, die aber über den Zeitfaktor eine große Wirkung haben. Hier sollte sich jeder Bundesbürger unseren gemeinsamen Multiplikator von 80 Millionen (!!!) vor Augen halten. Um die Effekte dann zu begreifen, die man bei sich selber eingespart oder zum positiven Verändert hat, braucht man schon mehr als einen einfachen Taschenrechner. Eine persönliche Einsparung von nur 500 Kilowattstunden Strom im Jahr, würden – wenn es jeder in Deutschland machen würde – eine Gigantische Summe von 40 Milliarden Kilowattstunden (=40 Gigawattstunden) bedeuten. Das E. On Kraftwerk “Staudinger” in der Nähe von Hanau produziert in einem Block zira 1 Gigawattstunde pro Jahr. Entsprechend würde die o.g. Einsparung zur Abschaltung von 40 Steinkohle-Kraftwerksblöcke führen. Also eine gigantische Ressourcen Einsparung. Und ganz viel CO2, was nicht in die Atmosphäre strömt!

Genau nach diesem Credo habe ich bei mir und meiner Familie bereits seit Jahren angefangen gewisse Dinge zu hinterfragen. Im Jahr 2006 sind wir zu Greenpeace Energy gewechselt und beziehen seit dem Ökostrom – frei von Kohlestrom und frei von Atomstrom.
Seit zwei Jahren produzieren wir mit eigenen Photovoltaik-Modulen eigenen Sonnenstrom. Seit 2017 wird unser Rasen mit einem Akku-Rasenmäher gemäht. Natürlich werden die Akkus über die eigenen Photovoltaik-Module geladen, wenn die Sonne sehr stark scheint. Also es fand eine Elektrifizierung im Garten statt. Mit dem tollen effekt für mich: Ich atme keine giftigen Benzinabgase mehr bei der Gartenarbeit ein. Und: Der Elektrorasenmäher ist wesentlich leiser. Meine Ohren werden es mir auch wohl danken. Die Nachbarn sowieso. Wenn ich Rasen Mähe, dann kann sich auf der Nachbarterrasse jederzeit weiter unterhalten werden, ganz ohne große Lärm-/Geruchsbelästigung!

Elektrifizierung unseres Fuhrparks

Im Sommer 2018 folgte die erste Elektrifizierung unseres Fuhrparks. Ein kleiner Opel Adam wurde gegen ein Elektromobil (Renault ZOE) eingetauscht. Seit dem bin ich zu fast 100% mit dem Fahrzeug gefahren und habe auch schon knapp 4.000 Kilometer auf den Tacho bekommen. Zweimal war ich mit dem Elektromobil in Frankfurt einmal zum Fußball gucken “auf Schalke”. Auch die Domstadt hat mich während einer Messe in Köln gesehen.

Natürlich ist das elektrische Autofahren mit einigen Verhaltensänderungen verbunden. Diese sind dann eher von einem passiven Fahrstil (man will ja Energiesparen) und einer besseren Tourenplanung geprägt. Der Besuch von zwei Presseterminen in Frankfurt zum Beispiel fängt mit der Suche einer Ladesäule in Zielnähe an. Bei einem Übernachtungstermin wird sich bewusst nach einem Hotel mit Ladeinfrastruktur für Elektroautos ausschau gehalten.

Im Nahbereich nutzt man das Fahrzeug ansonsten wie jedes andere Auto. Man achtet auf den “Tank” und “tankt” das Auto, bevor es komplett leer ist. Nur, dass ich nun entweder an einem der kostenfreien Ladesäulen der Aggerenergie (regionaler Stromversorger aus Gummersbach), lade mit einer augenblicklich provisorischen Lademöglichkeit am Gründer- und TechnologieCentrum Gummersbach (GTC) mit 230 Volt, oder nutze die frisch installierte Schnellladevorrichtung in der heimischen Garage, die in den Sommermonaten auch langsam mit dem selbst erzeugten Solarstrom bestückt werden kann. Ich könnte mir vorstellen, dass in der Zukunft weitere E-Mobile folgen könnten. Vielleicht sogar auch ein Elektromotorrad für die Mopedtouren im Sommer …

Die Elektrifizierung von der Haus-Zentralheizung in Form einer Wärmepumpe, die Elektrifizierung unserer Mobilität und die Energieeinsparungen durch Energiespartechnik (zum Beispiel der Austausch von Glühbirnen gegen LED Lampen) nennt man in der Fachsprache der Energiewende auch “Sektoren-Kopplung”. Also die Kombination von allen Energiefeldern im täglichen Leben.

Spätestens am Ende meines Textes zur Elektrifizierung sollte das Verständnis gewachsen sein, warum ich elektrischen Strom als edelste Energieform hofiere. Die Leser sollten aber auch verstehen, dass ich nicht nur Rede, sondern zusammen mit meiner Familie handel. Wir haben bei uns angefangen. Die Früchte zeigen sich auch monetär – natürlich reinvestieren wir aktuell unsere Ersparnisse in weitere Optimierungen unserer Elektrifizierungen und für unsere Wandlung vom Consumer zum sogenannten Prosumer (Hersteller von elektrischer Energie). Für die Zukunft brauchen wir auf jeden Fall keine Angst vor Preiserhöhungen haben. Durch die steiherung von unserer Energie-Effizienz und den selbst erzeugten Solarstrom würden wir bei zukünftigen Erhöhungen beim Strompreis sogar unterm Strich noch mehr einsparen. Andere Hauhalte, die sich nicht mit dem Thema befassen und auch aktuell investieren, werden dann wesentlich weniger am Montagsende im Geldbeutel haben, bei gleichem Verdienst.

Die Elektrifizierung und die Energiewende sind ein sehr spannendes Thema. Hier in meinem Meinungsmacher Blog werde ich in Zukunft weitere details und Erfahrungen weitergeben. Jeder Tipp ist dann praxisbewährt und lohnt sich auch immer finanziell. Am Ende würde ich mich über Ihr Feedback stets freuen. Mich interessiert natürlich brennend, ob Sie mit meinen Tipps Geld sparen konnten.

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